Ausstellung „ZWEI MAL FÜNFZEHN“

11. November 2019 - 8:00
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„ZWEI MAL FÜNFZEHN“ Fotoblicke auf Markkleeberg von Holm Chemnitzer 1989 / 2004 / 2019 Ein doppelter fünfzehn-Jahres-Vergleich in schwarzweiß Drei parallele Spaziergänge durch unsere Stadt. Gleichzeitig – und doch nicht zeitgleich. Getrennt durch Zeit – vereint durch Fotografie. Fünfzehn Jahre und dann nochmals fünfzehn. Markkleeberg ist ja nur ein Beispiel - für Reflexionen über zeitliche Distanzen. Ein durchaus praktisches, fassbares und erinnerungsträchtiges Beispiel für Menschen von hier. Ein Beispiel voller Entdeckungen zudem für Hinzugereiste. Etwa vierzig Dreifach-Blicke laden zum Resümieren, Erinnern und Vergleichen ein. Fotos sind eine ergiebige mediale Form dafür. Anders als ein Vortrag, ein Film, ein Buch. Fotos nehmen sehr wenig vorweg nur; sie bieten Freiheiten. Die Freiheit in der Auswahl des zu Vergleichenden, die Freiheit der Interpretation des Gesehenen, die Freiheit des verschieden langen Verweilens wie auch des wiederholten Blickens. Sie wollen dokumentieren, sofern die Kunstform – wie hier – nicht vorrangig ist. Und doch sind sie nicht kunstfremd, denn sie bieten die inspirative Plattform, auf der Kunst in uns entstehen kann. Eine dem Schauenden überlassene Kunst des Reflektierens über Sachlichem. Fühlt sich der Abstand von fünfzehn Jahren identisch an, wann immer er in unserer erlebten Vergangenheit auch verankert ist? Erleben wir die Spanne zwischen 1989 und 2004 anders als den sich anschließenden Zeitraum bis heute? Sich diese Frage zu stellen, kann spannendes Bewusstsein zum eigenen Zeitempfinden hervorbringen. Die Bildertrios sind in der Reihenfolge eines Spaziergangs durch unser Markkleeberg angeordnet, wobei der Wohnlage des Fotografen geschuldet im Wesentlichen die gerade nicht den Stadtnamen stiftenden Ortsteile West und Mitte betrachtet wurden. Kleine Kartenausschnitte geben eine Standortauskunft. Informativ ergänzt werden die Bilder von unserem Stadtchronisten Michael Zock. Die Entstehungsgeschichte der Urmotive von 1989 baut auf einem Zufall auf, als plötzlich verfügbare Zeit in das fotografische Hobby investiert wurde mit der Annahme des Fehlens eines zusammenhängenden fotografischen Zeitabbildes unserer Stadt. Dass ein optischer Wandel des bis dahin kaum veränderlichen Stadtbildes als Folge des politischen Umbruchs sehr bald stattfinden würde, war kein Anlass zur Fotoserie. Fünfzehn Jahre später fand eine Rückkehr des Fotografen aus dem Ausland in die alte Heimat statt. Veränderungen in der Stadt fielen darum auf, was den Anstoß zur erstmaligen Wiederholung der Serie mit anschließender Ausstellung im Rathaus gab. Der Wunsch nach Neu-Ablichtung aller Ansichten kam von einer damaligen Ausstellungsbesucherin. Der Zeitpunkt 2019 erscheint äußerst günstig, da die gute regionale ökonomische Entwicklung zwischenzeitlich erneut den Anstoß für weitere Szenenwechsel an vielen Stellen schuf. Im Zeitalter von online verfügbaren Straßenansichten der ganzen Welt können auf Ortspunkte beschränkte Zeitreisen wie diese unzeitgemäß wirken. Jedoch scheint gerade die Begrenzung auf relativ wenige Blickwinkel und der bewusste Farbverzicht einen Reiz auszumachen in der Ära der Gigadatenmengen. Nicht alles hat sich heftig verändert. Um die Vergleichbarkeit größtmöglich zu fördern, wurden die fotografischen Parameter so übereinstimmend wie möglich gewählt. So wurde in Anlehnung an das schwarzweiße Ausgangsmaterial auch bei den späteren Aufnahmen zugunsten der Objektivität die Grauwertpalette gewählt. Selbst wenn dadurch auf eine Vergleichsdimension verzichtet werden muss, gewinnt die Beurteilung der Unterschiede wahrscheinlich an Tiefe. Es ist somit angemessen, hier die Wahl der Schwarzweiß-Bildtechnik nicht als künstlerisches Mittel miss zu verstehen. Holm Chemnitzer interessiert sich für ziemlich alles und entzieht sich als Autodidakt oft den Meisterkursen. Der Fotografie verfiel er unheilbar, als ihm ein Onkel zum zehnten Geburtstag einen Halbformat-Fotoapparat schenkte. Auch die Raffinessen des Dunkel-kammerhandwerks mussten im Prä-Digitalen Zeitalter unbedingt erprobt werden. Inzwischen gibt es vollwertige und zugleich viel komfortablere Entsprechungen einstiger Tricks sämtlicher Entstehungsstufen eines Analogbildes wie Abwedeln, Nachbelichten wie auch des mühsamen Entfernens von Staubpartikeln. Der Reiz des zweidimensionalen Abbildes erlebter Dreidimensionalität bleibt jedoch ungebrochen erhalten. Holm Chemnitzer stellt zum fünften Mal Fotografien in Markkleeberg aus. Ausstellungsdauer: 07.11.2019 – 26.01.2020 Eintritt frei!
Rubrik(en): 
Ausstellung
Kreatives
Zeitraum: 
Freitag, 08.11.2019
Montag, 11.11.2019
Dienstag, 12.11.2019
Mittwoch, 13.11.2019
Donnerstag, 14.11.2019
Freitag, 15.11.2019
Montag, 18.11.2019
Dienstag, 19.11.2019
Donnerstag, 21.11.2019
Freitag, 22.11.2019
Montag, 25.11.2019
Dienstag, 26.11.2019
Mittwoch, 27.11.2019
Donnerstag, 28.11.2019
Freitag, 29.11.2019
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Dienstag, 21.01.2020
Mittwoch, 22.01.2020
Donnerstag, 23.01.2020
Freitag, 24.01.2020
Öffnungszeiten: 
Montag: 8:00-16:00 Dienstag: 8:00-18:00 Mittwoch: 8:00-16:00 Donnerstag: 8:00-18:00 Freitag: 8:00-12:00 Samstag: Geschlossen Sonntag: Geschlossen
Veranstaltungsort: 
Rathausplatz 1
04416  Markkleeberg
Deutschland
Telefon: 
(0341) 35330
Haltestelle: 
Bus: S-Bahnhof Markkleeberg; S-Bahn: Markkleeberg (S3, S5, S5X, S6)
Veranstalter: 
Stadt Markkleeberg
Rathausplatz 1
04416  Markkleeberg
Deutschland
Telefon: 
+49 341 35 414 10
Fax: 
+49 341 35 414 20

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